Tischtennis: Breitensport oder Randsportart?

– Tischtennis

Kommentar Marcel Nordsiek

In diesem Kommentar möchte ich mich mit der Frage beschäftigen, ob Tischtennis ein Breitensport oder eine Randsportart ist. Es ist nicht übertrieben, wenn man sagt, dass jeder schon einmal einen Schläger in der Hand gehalten hat. Die meisten werden sich wahrscheinlich noch lange an ihre Rundlauf Duelle in der Schule erinnern können. Also ist Tischtennis ein Breitensport, oder?

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 wurde trotz schlechter Leistungen des DFB-Teams von mehreren Millionen Menschen verfolgt. Sogar Regionalliga Spiele werden mittlerweile mit Vorberichten im Free-TV übertragen. Es folgen ausgewählte Spiele der Basketball und Volleyball Bundesliga. Da erinnere ich mich nur ungerne an die Tischtennis-Weltmeisterschaft 2017 im eigenen Land zurück. Es gab keine Live-Übertragungen, der letzte Ballwechsel des Endspiels wurde in einer Sportsendung der öffentlichen Sender gezeigt. Die Halle in Düsseldorf war seit Monaten ausverkauft. Mit 650 000 aktiven Spielern und Spielerinnen ergibt das den achten Platz in Deutschland, sogar noch vor Basketball und Volleyball. Da soll noch jemand sagen, dass die Nachfrage nicht da ist. Tischtennis gilt als die schnellste Sportart der Welt und kann noch bis ins hohe Alter gespielt werden. Ein Beispiel dafür ist die Bundesliga Spielerin Qianhong Gotsch, die mit beachtlichen 50 Jahren ihre Gegnerinnen vom Tisch fegt. Timo Boll spielt seit Jahren auf einem sehr hohen Niveau und es gelingt ihm ab und zu die Chinesen zu ärgern. Apropos China, in China ist Tischtennis die beliebteste und populärste Sportart. Ich würde mich freuen, wenn man bei der nächsten Weltmeisterschaft die Deutschen live im Free-TV anfeuern könnte.

Jetzt aber wieder zu meiner Ausgangsfrage, ist Tischtennis ein Breitensport? 650 000 aktive Spieler und Spielerinnen sind schon eine Menge. Es wird viel dafür getan, dass immer mehr Kinder in die Vereine kommen und sich am Tisch auspowern können. Leider gehen die Zahlen deutlich zurück, da der Fußball die meisten Kinder anlockt und es auch noch andere Sportarten gibt. Aufgrund der Masse, die Tischtennis spielt und der Beliebtheit in der Schule, kann man durchaus festhalten, dass Tischtennis ein Breitensport ist. Allerdings wird er meiner Meinung nach von den Medien zu wenig unterstützt, sodass Fußball unangefochten auf dem ersten Platz in Deutschland steht. Ich möchte ein weiteres Beispiel aus der Region anbringen, welches für die Beliebtheit der schnellsten Sportart der Welt spricht. Anfang November bestreitet der Bundesligist SV Werder Bremen sein Pflichtspiel gegen Ochsenhausen in Belm. Die Kapazität von 600 Zuschauern war sehr schnell erreicht, was zeigt, dass die Sportart mehr Leute interessiert, als so mancher vermutet.

Ich denke, dass man durch solche Events noch mehr Menschen für die Sportart begeistern kann und es weiterhin darauf ankommt Kinder früh für Tischtennis zu begeistern. Wenn das gelingen sollte, wird sich Tischtennis als Breitensport in Deutschland etablieren. Bis dahin werden die 650 000 Spieler und Spielerinnen weiterhin mit Freude ihren Wettbewerben nachgehen. Ein kleiner Tipp zum Schluss, schauen Sie doch einfach mal bei einem Heimspiel des VfR Voxtrups vorbei.