Transalpine Run 2017

– Lauftreff
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Bericht aus der NOZ vom 26.07.2017.

Die Alpen zu überqueren geht mit dem Flugzeug ganz schnell, mit dem Auto immer noch zügig. Im Laufschritt muss man schon ein paar Tage einplanen – und eine monatelange Vorbereitung auf die Extremtour.

263,3 Kilometer in sieben Tagen zu laufen ist schon eine Herausforderung für sich. Wenn 16000 Höhenmeter dazukommen und die Strecke einmal quer über die Alpen führt, dann klingt das nach einer Unmöglichkeit, und man fragt sich: Ist das noch Nervenkitzel? Oder einfach nur verrückt? Bastian Stöppler hat eine andere Antwort. „Für einige von uns war es schon immer ein Traum“, sagt der 37-Jährige, der einer von 19 Sportlern aus Osnabrück ist, die vom 3. bis 9. September den „Transalpine-Run“ bewältigen wollen.

In der Laufszene kennen sich die Athleten von der einen oder anderen Herausforderung, die bereits gemeinsam gemeistert wurde. Wenn sie sich über den Weg laufen, wird schon über die nächsten Ziele gesprochen. Die Alpenüberquerung im Laufschritt war anscheinend für viele ein gemeinsamer Nenner, als sie sich mit Stefan Woltring trafen. Schon zweimal hat der Osnabrücker den „Transalpine-Run“ absolviert, und mit seinen Schilderungen brachte er seine Mitläufer auf den Geschmack. „Er hat die anderen mit infiziert“, sagt Stöppler.

Seit dem vergangenen Herbst wird gemeinsam trainiert, denn bei aller Lauferfahrung sind die Alpen noch einmal eine Dimension, die „für den Großteil von uns völlig neu“ ist, wie Stöppler erklärt. Zur Einstimmung trifft sich die Gruppe am Piesberg und am Dörenberg. „Da kann man ein paar Höhenmeter machen und alpenspezifisch trainieren“, sagt der 37-Jährige. Dabei kommt es nicht auf Schnelligkeit an, sondern auf die Bewältigung der Auf- und Abwärtspassagen. Ein Trainingswochenende auf der Schwäbischen Alb ist schon absolviert. Das ungewohnte Gelände war ein erster Vorgeschmack für die Alpen-Debütanten.

Zum kommenden Wochenende reisen noch mal einige Läufer ins Kleinwalsertal. Die „Walser Trail Challenge“ bietet gute Trainingsbedingungen. Die kann allerdings nur rund die Hälfte der Osnabrücker nutzen, die später die Alpen überqueren wollen. „In der ganzen Gruppe klappt so etwas nie“, sagt Stöppler über die unterschiedlichen Trainingsmöglichkeiten aller Teilnehmer.

Die Alpenüberquerung ist derweil als Gemeinschaftsleistung angelegt: Aus Sicherheitsgründen laufen immer zwei Sportler im Team, die sich nur in einem bestimmten Radius voneinander entfernen dürfen. „Man muss nicht nur selbst fit sein, sondern harmonieren. Das ist das Besondere an diesem Lauf“, erklärt er. Deshalb sind auch zunächst nur neun Teams aus Osnabrück gemeldet. Ein weiterer Sportler hofft noch auf einen Tandempartner.

600 Läufer werden erwartet, wenn am 3. September in Fischen im Allgäu der Startschuss fällt. Stöppler hat dann nicht nur seinen Laufpartner André Schulenberg dabei, sondern auch seine Ehefrau Friderike, die die Trainingsgruppe in Sachen Physiotherapie und Osteopathie betreut und dafür von ihrem Arbeitgeber freigestellt wird. Überhaupt wird der Lauf für einige zur Familiensache, weil Frauen und Kinder als Begleitcrew mitfahren. In den Turnhallen, die in den Etappenorten für die Übernachtung zur Verfügung stehen, werden sie allerdings nicht schlafen. Hotels sind schon gebucht, „ein bisschen Luxus muss sein“, sagt Stöppler.

Der 37-Jährige ist in den Bergen nicht unerfahren. Vor drei Jahren hat er schon die „Zugspitz-Trail-Challenge“ gemeistert, aber die Alpen zu überqueren werde noch mal eine ganz andere „körperliche Riesenherausforderung“. Trotzdem will er versuchen, „die Landschaft zu genießen, wenn es geht“. Die Zeit im Ziel ist nachrangig. „Das Besondere ist das Durchkommen“, sagt Stöppler. Schon die Teilnahme ist nicht selbstverständlich. Aktuell haben einige Osnabrücker mit Verletzungen zu kämpfen, berichtet der Läufer. „Wer es an die Startlinie schafft, hat schon fast die halbe Miete im Sack.“

Transalpine-Run
„Vier Länder, zwei Läufer, eine Woche, ein Traum“ lautet das Motto für den Transalpine-Run, der in diesem Jahr zum 13. Mal stattfindet. Gestartet wird am 3. September in Fischen (Allgäu). Sieben Etappen zwischen 24,2 und 46,5 Kilometer Länge führen ins italienische Sulden am Ortler, das am 9. September erreicht werden soll. Aus Osnabrück starten die Laufpaare Dennis Kedziora/Frank Kedziora, Uwe Lukas-Nülle/David Jung, André Träger/Sebastian Magga, Sven Kösters/ Hans-Bernd Mergelmeyer, Stefanie Queren/Stefan Woltring, André Schulenberg/ Bastian Stöppler, Christoph Kulgemeyer/Matthias Kosmella, Theo Maag/Guido Speller und Petra Meyer/Sandra Meier. Stefan Volz sucht noch nach einem Partner.

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