Dresden Marathon 23.10.

– Lauftreff

Frankfurt? Berlin? … Dresden!

Einen Marathon? Über eine Distanz von 42,195km laufen? Ja – das „geht“.

Wer befürchtet, dass die folgenden Zeilen im Stakkato-Stil fortgesetzt werden, kann an dieser Stelle beruhig werden. Doch bevor es zum eigentlich Highlight geht, ein kurzer Rückblick inkl. Lerneffekt und Hinweis für alle, die eine ähnlich verrückte Idee im Hinterkopf haben – zum ersten Mal einen Marathon zu laufen.
Nachdem ich mich im Spätsommer 2014 dem aktiven Laufen (fernab des Joggen & Kreisligafußballs) zugewendet hatte, war sehr schnell klar, dass die 10km beim Silvesterlauf 2014 nur ein Anfang sein sollten. Schnell war der Ehrgeiz geweckt und ich wollte mehr. Gefüllt von einem aktiven Frühjahr (Hermannslauf, Dreierpack & Co) sollte im Sommer diesen Jahres die Vorbereitung auf den Frankfurt Marathon 2015 beginnen. Trainingsstart und Flitterwochen überschnitten sich, sodass ich die Laufschuhe gleic h mit in die Sonne genommen habe. Lerneffekt: Niemals nur ein paar Schuhe für ein umfangreiches Lauftraining verwenden, denn die Quittung folgte. Aufgrund einer Dauerbelastung mit den falschen Schuhen entzündete sich die Achillessehne und der Traum von Frankfurt Marathon war schon in der dritten von zwölf Trainingswochen ausgeträumt. Vier Monate Zwangspause und einige Tränen später ging es wieder los, diesmal sollten es die Riesenbecker Sixdays sein. Lerneffekt: Niemals den Trainingsumfang zu schnell steigern, denn Sehnen und Gelenke gewöhnen sich nur langsam an die neue Belastung. Nach dem Silvesterlauf 2015 begann somit eine erneute Zwangspause von drei Monaten – inkl. keinem Start bei den Sixdays – stattdessen galt es die grünen Helden als Zuschauer anzufeuern.
Nachdem ich seit April die Umfänge äußerst vorsichtig und langsam steigerte, begann im Juli 2016 erneut die Marathonvorbereitung rund um Tobias Rasper vom Active Sportshop Osnabrück. Gemeinsam mit zahlreichen aktiven des VfR Voxtrup wurde das nächste Ziel anvisiert -> der Berlin Marathon 2016. Dem aufmerksamen Leser dürfte aufgefallen sein, dass auch dieses Ziel nicht erreicht werden konnte. Eine Verspannung wurde trotz regelmäßiger Physiotherapie nicht rechtzeitig entdeckt und sorgte für eine erneute, dreiwöchige Belastungspause.
Während in der Bundeshauptstadt zahlreiche Bestzeiten gelaufen wurden, galt es somit für mich, weiterhin die Trainingseinheiten zu forcieren und auf ein neues Ziel hinzuarbeiten: den Dresden Marathon 2016.
Freundlicherweise begleitete David mich in den letzten fünf Wochen vor meinem ersten Marathon, denn während die meisten in Tirol weilten oder nach dem Berlin Marathon etwas zur Ruhe kommen, galt es für mich einsame km auf der Laufbahn und den Feldwegen des Osnabrücker Landes zu sammeln. Diesmal sollte alles glatt gehen, sodass ich Ende Oktober gemeinsam mit David in Dresden im Startblock stand.
Beim 18. Dresden Marathon wurden Läufe über 4,2km, 10km, Halbmarathon und Marathon angeboten. Die letztgenannten werden dabei gemeinsam auf die Strecke geschickt, sodass man auf der ersten Runde noch von zahlreichen Halbmarathonstartern begleitet wird. Mit einer Gesamteilnehmerzahl von knapp 8.000 Läuferinnen und Läufern gilt der Dresden Marathon bisher nicht als teilnehmerstarke Veranstaltung, dennoch hat dieser einen einzigartigen Blick auf eine tolle Stadt zu bieten. Leider war der Blick am frühen Sonntagmorgen jedoch von starkem Nebel getrübt, sodass die Sieger mit einem neuen Streckenrekord von 2:10:21 Stunden bereits im Ziel waren bevor die Sonne das Thermometer über die vier Grad Marke steigen ließ.
Obwohl man bei diesem Lauf von einem Rundkurs spricht, ist mir dies als Läufer kaum negativ aufgefallen. Davon abgesehen, dass man nach wenigen Minuten bereits ein Schild mit dem Hinweis auf km35 oder km38 sieht, merkt man nichts davon. Lediglich die „Steigung“ zur Waldschlösschen-Brücke dürfte doppelt in Erinnerung bleiben. Abgesehen von verschiedensten Blicken auf die Stadt fordert vor allem der wechselhafte Untergrund absolute Aufmerksamkeit. Einige Kurven und Passagen sind mit Kopfsteinpflaster versehen, sodass hier unangenehme Löcher für schlechte Laune sorgen können. Dagegen sind ca. 500m Kiesweg die reinste Erholung. Zahlreiche Verpflegungsstationen bieten von Wasser bis Cola den gewohnten Umfang an Verpflegung, wobei besonders zu erwähnen ist, dass auch Freizeitläufer ihre eigene Verpflegung bereitstellen konnten. Diesen Service nutzte ich, sodass mich an einigen Verpflegungsstationen ein vertrautes Disney-Gesicht anlachte. Nach einem schnellen ersten Halbmarathon kam was kommen musste… der Einbruch bei KM26. Viel zu früh! Sämtliche Hinweise zu km 32-38 hatten mir im Vorfeld bereits weiche Knie gemacht… aber bei km26? Mann mit dem Hammer? Wo? Hinter mir war niemand zu sehen… was soll das? Absolutes Unverständnis über ein plötzliches Versagen der Beine. Nach Diskussionen mit mir selber und zahlreichen Gehpausen war klar, dass ich diesen Marathon nur noch als Walker beenden kann. Dennoch war für mich zu jedem Zeitpunkt klar, dass ich die 42,195km absolvieren werde. Kurz vor dem Ziel konnte ich auf vertraute Unterstützung zurückgreifen, sodass David mich letztlich bis ins Ziel begleitete. Wunderbar – Geschafft – Marathoni.

Ein weiterer Service ist die kostenlose Massage im Anschluss, welche auch mir den aufrechten Gang zurückbrachte. Insgesamt ein wundervolles Wochenende – und eine klare Empfehlung für das Erlebnis Marathon sowie die Laufveranstaltung in der sächsischen Landeshauptstadt.

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Ergebnisse VfR Läufer:

Name Platz PlatzAK netto Zeit

 

Brutto Zeit
David Jung 277 53 03:26:30 03:26:50
Andreas Stauff 279 41 03:26:36 03:26:50